
futura
etc.pp. schreibt über die Futura und zitiert Dr. Barraquer, Arzt in Barcelona, der sich über die Bleisatzschrift Futura in einer Werbebroschüre der Bauersche Giesserei, Anfang der 30er Jahre ausließ: »[...] vom wissenschaftlichen Standpunkt aus verdient sie alles Lob, da diese Schrift vollkommen den Anforderungen der Augen-Hygiene des Lesers entspricht.«
Und genau da hab' ich mein Problem mit der Schrift. Sie ist eine hygienisch, symmetrisch-kalt konstruierte Schrift, die durch das selbst auferlegte Korsett, in das sich der Konstrukteur Paul Renner gezwängt hat ein völlig unorganisches Gesamtaussehen hat. Ganz schlimm übrigens das Fragezeichen. Jedenfalls ein Jahr später glaube ich hat Eric Gill, sich des Themas der serifenlosen (Grotesk übrigens, weil viele Leute das Serifenlose halt für grotesk hielten) Schriften angenommen und ein wenig organische Rundungen in das Ganze implementiert. Und siehe da - eine vergleichsweise schöne Schrift ist enstanden.
Übrigens - ich erwähnte das schon einmal: im Film "The Royal Tenenbaums", zieht sich das Thema des symmetrischen Aufbaus von der Schrift, der Futura, die sowohl auf dem Filmplakat auftaucht, als auch bei fast jeder typographischen Botschaft im Film und der dazu passenden Symmetrie der Bilder (fast immer Zentralperspektive) und einiger anderer symmetrisch konstruierter Details, die so in ihrer Gesamtheit, einen ganz eigenartiges Gefühl des Überperfekten hervorrufen und so einen genialen Kontrapunkt zur Story bilden.
Ja, danke für die Aufmerksamkeit.
am meistens beeindruckt
hat mich mein olfaktorisches Gedächtnis, welches unter dem Einfluß der seit offensichtlich 10 Jahren unveränderten schulischen Düfte, sogleich auch entsprechende emotionale Verknüpfungen hervorrief und mich so fühlen ließ, als würde man darauf warten, dass es gleich klingelt. Ein Anderer berichtete von dem Gefühl, ständig auf die Uhr schauen zu müssen, um festzustellen, wann die Stunde denn nun endlich vorbei sei, so wie man es eigentlich in jeder Schulstunde tat.
Alles in allem sind alle doch irgendwie die Alten und das ist etwas, was mich irgendwie beruhigt.
morgen
früh um 11 sehe ich also mit geballter Gewalt meine um 10 Jahre gealterten Abiturkollegen auf mich einstürzen. 11 Uhr morgens ist nicht gerade meine Zeit, vor allem nicht am Samstag morgen, nach 2 Stunden Fahrt ohne Frühstück. Ich werde meinen Milchkaffe und meine Zeitung herbeisehnen und wünschen, daß mir keine dummen Fragen gestellt werden. Was ich denn studiert hätte und ob ich denn auch schon Kinder hätte und - ach - Medienbranche, das sei bestimmt total aufregend und Hamburg erstmal. Wenn ich ehrlich bin interessiert mich nur meine erste Freundin, mit der würde ich ja gerne mal ein Kaffe trinken gehen, vielleicht ist sie ja auch da, aber nein ich hörte sie sei in Amerika.